Therapieansätze

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Wie werden Angststörungen behandelt?

Die gute Nachricht ist: Dadurch, dass Angststörungen so häufig vorkommen, haben erfahrene Ärztinnen, Psychotherapeuten und Wissenschaftler bereits intensiv verschiedene Behandlungsoptionen erprobt. Dabei kam raus: Angststörungen lassen sich mit Psychotherapie sehr gut behandeln und die Erfolgschancen bei einer professionell durchgeführten Therapie sind hoch. Es gibt drei verschiedene Verfahren in der Psychotherapie für Angststörungen, die von der Behandlungsleitline als wirksam anerkannt werden: Die Verhaltenstherapie (VT), die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) und die Psychoanalyse (PA). Alle drei Verfahren haben das Ziel, die erlebten Ängste und ihre Symptome zu reduzieren und den Betroffenen einen weniger belasteten, freieren Alltag zu ermöglichen. Sie basieren auf verschiedenen therapeutischen Ansätzen und setzen unterschiedliche Techniken ein. Alle drei Verfahren sind in wissenschaftlichen Studien als wirksam bewiesen und von den Krankenkassen anerkannt, das heißt die Kosten einer Behandlung werden erstattet.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse ergründen mit dem Patienten gemeinsam die Ursachen für die aktuelle Angstsymptomatik, welche oftmals in Kindheit und Jugend ihren Ursprung haben. Das Kernprinzip ist hier vor allem ein “Verändern durch Verstehen” und die Suche nach der tieferen Bedeutung der erlebten Symptome.
Als besonders wirksam in der Behandlung von Angststörungen hat sich in wissenschaftlichen Studien die Verhaltenstherapie mit dem sogenannten “Expositionstraining” erwiesen. Sie ist die kompakteste Behandlungsform und konzentriert sich vor allem auf die Veränderung der aktuellen Situation und den gerade bestehenden Symptomen. Eine Verhaltenstherapie setzt nicht nur bei den Auslösern an, sondern auch bei den Faktoren an, die die Angst so hartnäckig aufrechterhalten. Gedanken, Verhalten und Emotionen, mit denen Betroffene die Angst ungewollt füttern und verstärken werden in den Fokus genommen. Zusätzlich bietet diese Behandlungsoption Betroffenen früh die Möglichkeit an, neue Erfahrungen mit der Angst zu machen und die Vermeidung von ganzen Lebensbereichen wieder abzubauen.

Inzwischen arbeiten viele Therapeuten verfahrensübergreifend und nicht mehr streng auf eines der Verfahren begrenzt. Auch Verhaltenstherapeuten schauen gemeinsam mit dem Patienten in die Vergangenheit und Tiefenpsychologinnen oder Psychoanalytiker arbeiten viel in der Gegenwart und an aktuell auftretenden Symptomen. Ein weiterer Behandlungsbaustein für Angststörungen neben der psychotherapeutischen Behandlung ist häufig eine begleitende medikamentöse Behandlung. Durch einen Psychiater können dafür Antidepressiva verschrieben werden.

Ganz allgemein gilt bei allen Behandlungsoptionen: Du hast die Wahl! Angststörungen sind sehr gut behandelbar und in der Psychotherapie ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Behandlung, ob du auch den Eindruck hast, dich gut in der Behandlung aufgehoben zu fühlen. Es hilft deshalb, sich zu fragen: Möchtest du deine Behandlung schnell beginnen oder ist eine Wartezeit für dich in Ordnung? Welche Behandlung passt am besten zu deinem Alltag? Ist dir eine enge Beziehung zu einer Therapeutin wichtig? Oder ist ein Format mit weniger Anreise und selbstständiger Beschäftigung mit der Therapie für dich besser? Ist es dir wichtig, Inhalte zeitlich flexibel und immer verfügbar zu haben oder sind die feste Zeiten für die Behandlung lieber?

Wie funktioniert Expositionstherapie?

Expositionstherapie setzt am zentralen “Symptom” der Angststörungen an, der Vermeidung. Betroffene vermeiden Situationen, Orte oder auch Körperempfindungen, die für sie eng mit der Angst verknüpft sind und von denen sie glauben, dass sie ihre Angst auslösen und verstärken. Als Folge wird der Alltag der Betroffenen oft stark eingeschränkt. Darüber hinaus hält Vermeidung die Angst unnötig lange aufrecht, da sie verhindert, dass wir neue positive Erfahrungen sammeln können!

Ziel der Expositionstherapie ist es, Betroffenen die Möglichkeit zu geben, die bestehenden Befürchtungen und Strategien im Umgang mit der Angst ernst zu nehmen und auf die Probe zu stellen. Tritt die befürchtete Konsequenz wirklich auf? Lohnt es sich wirklich ganze Lebensbereiche und Orte ständig zu meiden?

Durch das gut vorbereitete und zunächst begleitete Aufsuchen der angstauslösenden Situation erleben Betroffene das natürliche Abklingen der Angstsymptome und machen die positive, korrigierende Erfahrung, dass ihre Befürchtungen nicht eintreten. Dadurch wird langfristig auch das Vermeidungsverhalten abgebaut.

Heutzutage nutzt man die moderne Technik der Virtual Reality um angstbesetzte Situationen zu simulieren. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Exposition in VR Simulationen den gleichen Effekt haben, wie Expositionstherapie in der Realität und in der Behandlung von Angst ausgesprochen wirksam sind.

Digitale Therapie: Ergibt das Sinn?

Wirkt digitale Therapie überhaupt?

Klingt erst einmal unmöglich, den Psychotherapeuten und seine Couch in eine App zu bringen? Das wäre es wohl auch… Es gibt in der modernen Psychotherapie aber verschiedene Wege, um eine Angststörung erfolgreich zu behandeln. Die sogenannte Expositionstherapie ist für die Behandlung von Angststörungen am besten wissenschaftlich erforscht, zeigt hohe Erfolgsraten und ist deshalb auch von der Behandlungsleitlinie für Psychotherapeuten empfohlen. Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen seit den 1990er Jahren, dass sich diese Form der Behandlung sehr gut digital abbilden lässt und auch als therapeutisch begleitete Selbsthilfe sehr erfolgreich gegen Angst ist. Mehr zur wissenschaftlichen Grundlage der Invirto-Therapie findest du hier.

Bei der Expositionstherapie werden verschiedene Faktoren bearbeitet, die die Angst so hartnäckig aufrechterhalten. Die Informationen und Strategien, die dafür nötig sind, werden normalerweise von Psychotherapeuten und Ärztinnen vermittelt. Für die Erstellung der Invirto-Therapie haben deshalb in der Behandlung von Angststörungen erfahrene Therapeutinnen und Ärzte die wirksamsten Strategien aus der Expositionsbehandlung zusammengetragen und in den App-Kurs eingebracht. Du bekommst also in der App genau die gleiche Behandlung, wie du sie auch in der Klinik von einem Therapeuten oder einer Ärztin erhalten würdest – bloß eben digital!

Bedeutet digitale Therapie dann „ohne Therapeutin“?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass digitale Therapie-Programme am wirksamsten sind, wenn sie von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Arzt begleitet werden. Einige Schritte in der Behandlung stellen entscheidende „Weichen“ für den Erfolg der Behandlung und wir glauben, dass wir Menschen mit einer Angststörung mit einer professionellen Begleitung am besten helfen können. Deshalb wirst du während der Invirto-Therapie in drei Terminen von erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychotherapeutinnen begleitet. So können wir sicherstellen, dass du zum Start der Behandlung genau die richtigen Inhalte erhältst, deine Fragen geklärt werden und du die Übungen der App möglichst gut auf deinen Alltag übertragen kannst.

Warum überhaupt eine digitale Therapie?

Derzeit ist die Wartezeit auf einen Platz für eine Psychotherapie im Durchschnitt mehrere Monate lang. Die langen Wartezeiten sind für viele Menschen ein echtes Problem, wenn sie gerade von der Angststörung besonders belastet sind oder stark in ihrer Funktionsfähigkeit in Freundschaft, Arbeit und anderen Aktivitäten eingeschränkt sind. Angststörungen greifen, wenn sie lange nicht behandelt werden, häufig eher immer stärker in den Alltag ein und schränken enorm ein. Es gibt jedoch noch weitere Hürden, die den Beginn einer Therapie erschweren: Komplizierte Wege in eine Behandlung, weite Anfahrtswege und regelmäßige Termine zu bestimmten Öffnungszeiten. Eine digitale Therapie bietet eine Alternative dazu: Sie kann sofort begonnen werden und ermöglicht es, Inhalte in der eigenen Geschwindigkeit beliebig oft zu wiederholen und unabhängig von bestimmten Orten zu absolvieren. Am Ende entscheidest du natürlich selbst, welche Behandlung für dich die richtige ist. Ob eine begleitete digitale Therapie oder eine Behandlung vor Ort: In jedem Fall sind Angststörungen eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Sie sind neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der häufigsten Ursachen für ein frühes Ausscheiden aus dem Beruf und für Krankschreibungen. Deswegen empfehlen Ärzte und Psychologinnen dringend, eine Angststörung auch behandeln zu lassen.

Wie funktioniert Invirto?

Wie ist der Ablauf der Invirto-Therapie?

Zum Beginn der Invirto-Therapie nimmst du ein erstes Gespräch an einer teilnehmenden Klinik wahr. Dort erhältst du Informationen zum Ablauf der Behandlung und es wird mit einer Diagnostik sichergestellt, dass du alle Zugangsvoraussetzungen erfüllst und deiner Behandlung nichts im Weg steht. Deine Therapeutin oder dein Therapeut schlägt am Ende des Gesprächs vor, welche Inhalte du in der Invirto App bekommen sollst, um dir mit deiner Angststörung optimal zu helfen. Dann erhältst du Zugang zu einem für deine Angststörung maßgeschneiderten App-Kurs und kannst anschließend zuhause die Einheiten und Übungen der App absolvieren. Im Verlauf des Kurses hast du nochmal einen zweistündigen Telefon-Termin mit deinem Therapeuten, um die Experimente gegen die Angst mit der virtuellen Realität zu besprechen. Die Therapeutin wird dafür einen Termin mit dir vereinbaren und dich zurückrufen. Danach übst du weiter mit den Experimenten und den letzten Einheiten des Kurses. Zum Abschluss der Behandlung nimmst du an einem weiteren Telefontermin mit deiner Therapeutin teil. Deine Invirto-Therapie ist nach diesem Gespräch abgeschlossen. Du behältst weiterhin den Zugang zu allen Inhalten in der App und kannst Übungen vertiefen und weiter mit den Experimenten üben.

Was erwartet mich in der Invirto App?

Die Invirto-App soll Menschen mit einer Angststörung dabei helfen, die belastenden Symptome der Erkrankung zu lindern, Vermeidungsverhalten abzubauen und auf diese Weise wieder mehr Bewegungsfreiheit und Aktivität in den Alltag zu bringen. Invirto vermittelt Inhalte in Form eines Kurses, dessen Inhalte aufeinander aufbauen. In der App findest du genau wie bei einer normalen Psychotherapie Lektionen, in denen wie in der Therapiestunde Informationen vermittelt und bestimmte Aspekte der Angst reflektiert werden. In Experimenten kann man schließlich Strategien gegen die Angst anwenden üben, wie man es in Hausaufgaben auch während einer Therapie machen würde.

Invirto bietet mehr als 12 Stunden digitale therapeutische Inhalte von Psychotherapeuten und Ärztinnen in 8 Kurseinheiten an und kann als Intensivkurs in 2 Wochen absolviert werden. Wenn weniger Zeit für die Behandlung verfügbar ist, dauert die Behandlung zwischen 4-8 Wochen. Du schaltest die Inhalte des Kurses nach und nach frei. Alle Inhalte stehen dir dauerhaft zur Verfügung, damit du auch nach der Behandlung weiter mit ihnen üben kannst. Es gibt kein Abo und du hast für 2 Jahre nach Abschluss der Therapie Zugang zu den Inhalten. Invirto ist für verschiedene Angststörungen geeignet: für eine Agoraphobie mit und ohne Panikstörung, eine Panikstörung und eine soziale Phobie. Für jede dieser Angststörungen sind die Inhalte in der App verschieden, sodass du die wirksamsten Inhalte für deine Angststörung erhältst. Alle Inhalte wurden gemeinsam mit Psychotherapeuten und Ärztinnen zusammengestellt, die langjährige Erfahrung in der Behandlung von Angststörungen haben: Du erhältst also die geballte Erfahrung von mehreren Experten in der App. Die Inhalte von Invirto orientieren sich übrigens vollständig an den für Psychotherapeuten geltenden Behandlungsrichtlinien und von ihnen angewendeten und wissenschaftlich erprobten Behandlungsmanualen.

Mit welcher VR Brille und Kopfhörern ist Invirto kompatibel?

Für die Nutzung der digitalen Gesundheitsanwendung Invirto ist ein Virtual Reality Headset nötig, das in Verbindung mit der Smartphone App genutzt wird. Falls du kein Virtual Reality Headset besitzt, stellen wir dir eine Brille für deine Behandlung zur Verfügung.

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