Selbstfürsorge als Angehöriger oder Angehörige

14.04.2021

Was kann ich für mich selbst tun, wenn mein Partner oder meine Partnerin eine Angststörung hat?

Wie wir in dem ersten Artikel der Serie (Angststörung in der Partnerschaft – wie helfe ich am besten?) schon beschrieben haben, kann es sehr kräftezehrend sein, wenn sich in einer Partnerschaft auf einmal vieles um die Angst dreht. Nicht selten kommen Zweifel, Trauer und Ärger auf, da du öfter zurückstecken musst und deine Bedürfnisse häufiger hinten anstehen. 

So ist es auch normal, dass negative Gedanken auftreten und du manchmal am liebsten alles hinter dir lassen möchtest. Keine Sorge, damit bist du nicht allein! Es geht vielen Menschen so, deren Partner oder Partnerin an einer Angst erkrankt sind. 

Am liebsten würdest du alles tun, damit es deinem Partner oder deiner Partnerin schnell wieder besser geht. Gleichzeitig fühlst du dich schuldig, weil du nicht einen Therapeuten ersetzen kannst und nicht genug tun kannst, dass die Angst des Partners oder der Partnerin weggeht. Deshalb solltest du versuchen, das zu akzeptieren und deinem Partner oder deiner Partnerin die Vorteile einer professionellen Hilfe in Form von Psychotherapie zu erklären.

Die zusätzliche Belastung kann also sehr kräftezehrend und ermüdend sein. Da hilft es sich selbst etwas Gutes zu tun, um wieder mehr Geduld für deinen Partner oder deine Partnern aufbringen zu können. Wie du deine Batterien wieder aufladen kannst, erfährst du mit den folgenden Tipps!

Finde einen Ausgleich

So kannst du etwas Abstand gewinnen: Verabrede dich mit Freunden oder Bekannten. Unbeschwert über andere Themen zu sprechen lenkt dich etwas ab. Vielleicht hast du auch ein Hobby oder andere Interessen, auf die du deinen Fokus legen kannst.

Hab kein schlechtes Gewissen oder fühle dich schlecht, wenn du Zeit ohne deine Partnerin oder deinen Partner verbringst. Der Freiraum und vor allem angstfreie Raum tut dir gut und gibt dir wieder mehr Kraft, um auch deine Partnerin oder Partner besser zu unterstützen.

Setze Grenzen

Es ist okay, wenn es dir manchmal zu viel wird. Teile deinem Partner oder deiner Partnerin deine Gefühle und Gedanken mit. Außerdem ist es okay, auch mal Nein zu sagen: Du musst nicht jede Erledigung, jeden Einkauf, Anruf oder Fahrt für deinen Partner oder deine Partnerin übernehmen. Aktiv Grenzen zu setzen hilft dabei nicht nur dir, sondern auch der an Angst erkrankten Person. Unterstützt du ihre Vermeidung nicht mehr so stark, kann das bei der Bewältigung ihrer Ängste helfen.

Nimm dir Auszeiten

Entspannung ist das A und O: Vielleicht helfen dir Yoga oder bestimmte Entspannungsverfahren wie Meditieren beim bewussten Abschalten. Nimm dir Zeit und lass alle Sorgen und Probleme für eine gewisse Zeit hinter dir. Das geht genauso gut bei einer Runde joggen durch den Park, einem Spaziergang oder einer anderen Bewegungsart, die dir Spaß macht und dich abschalten lässt.

Tausche dich mit Anderen aus 

Hast du einen oder mehrere nahestehende Personen, denen du dich anvertrauen kannst? Es kann sehr wertvoll sein über die Gefühle, Belastungen und Probleme mit jemandem zu sprechen, bei dem du dich verstanden fühlst.

Hilfreich ist es oft auch, sich mit anderen Menschen austauschen, denen es ähnlich geht wie dir. Es gibt in einigen Städten deshalb Angebote wie Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Angsterkrankungen. Hier findest du eine Seite mit Anlaufstellen für Angehörige.

Es ist okay Hilfe in Anspruch zu nehmen

Mit den oben genannten Tipps kannst du dir selbst etwas Gutes tun und auf dich selbst und deinen Körper Acht geben. Wenn du dich dennoch überfordert, erschöpft oder ratlos fühlst, kann es ebenfalls helfen, wenn du professionelle oder psychologische Hilfe in Anspruch nimmst. Das geht über die oben beschriebenen Anlaufstellen für Angehörige oder auch mit der Unterstützung einer Psychotherapeutin oder eines Psychotherapeuten. 

Aber egal wofür du dich entscheidest – Achte auf dich und deine Bedürfnisse, um deinem Partner oder deiner Partnerin mit einer Angststörung bestmöglich zu unterstützen. Denn das geht am besten mit genügend Kraft und Geduld.

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