Corona und Angststörungen

17.01.2022

So überstehst du die Corona-Zeit mit deiner Angststörung

So überstehst du die Corona-Zeit mit deiner Angststörung

Noch immer hat die Corona-Pandemie die ganze Welt im Griff. Der Einfluss des Virus’ ist überall zu sehen. Seit fast zwei Jahren ist das tägliche Leben eingeschränkt, wir müssen soziale Kontakte reduzieren und Freizeitaktivitäten eindämmen. Hinzu kommem politische Debatten, Konflikte und der Blick in eine unbestimmte (Corona-)Zukunft. Das ist wirklich nicht leicht. 

Corona geht uns alle etwas an – allerdings sind Menschen, die auch zuvor schon unter psychischen Belastungen oder einer psychischen Erkrankung gelitten haben, von den anhaltenden Herausforderungen der Corona-Pandemie möglicherweise noch stärker betroffen. Schon bekannte Symptome einer Angststörung oder Depression können erneut oder verstärkt auftreten, vielleicht sind auch ganz neue Symptome entstanden. Versuche dennoch, zuversichtlich zu bleiben!

Leben mit dem neuen Alltag

Durch Corona hat sich vieles verändert. Das birgt einige neue Hürden und Herausforderungen für Betroffene einer Angststörung oder anderen psychischen Störungen. Ängste und Sorgen über die eigene Gesundheit und die nahestehender Menschen können neu aufgetreten sein. Genauso wie Sorgen um die unsichere Zukunft oder Existenzängste. Auch Zeit mit Freund:innen und der Familie zu verbringen, ist nun plötzlich nicht mehr so einfach wie vor der Pandemie. Das alles kann zu Unruhe, Anspannung und auch Panik führen. 

Arbeitest du schon an deiner Angsterkrankung, kann dir dabei die Corona-Pandemie vermeintlich im Wege stehen. Gewohnte Übungsmöglichkeiten zur Bewältigung von Agoraphobie und Panikattacken, wie die Fahrten in der vollen Bahn zur Arbeit, oder zur Bewältigung von sozialen Ängsten, wie die Präsentation vor den Kolleg:innen, sind jetzt nicht mehr so alltäglich. 

Da kann es einfach erscheinen zu sagen: “Ich sollte jetzt ohnehin besser nicht raus gehen oder andere Menschen treffen.” und damit angstauslösende Situationen zu vermeiden. Zunächst macht sich dann wahrscheinlich Erleichterung breit. Doch genau diese Vermeidung der Angst macht sie letztlich noch viel stärker und hartnäckiger. Es ist also besonders wichtig, sich diesen angstauslösenden Situationen zu stellen.

Zweifelsfrei ist es nach wie vor eine außergewöhnliche und schwierige Zeit: Kontakt- und Aktivitäteneinschränkungen, Quarantäne, Homeoffice und ihre Folgen lösen bei vielen Menschen vermehrt Ängste aus. Aber verliere nicht den Mut, weiterhin an ihrer Bewältigung zu arbeiten! Wir wollen dich unterstützen, diese herausfordernde Zeit besser zu überstehen und haben Tipps, wie du jetzt trotzdem nicht auf Erfolge in der Bekämpfung deiner Angst verzichten musst.

Bleib am Ball

Es steht außer Frage, dass sich unser Leben etwas geändert hat und Corona auf den ersten Blick Steine in den Weg gegen die Angst gelegt hat. Aber deshalb alle Fortschritte direkt einfrieren und den Kopf in den Sand stecken? Erinnere dich an deine bisherigen Erfolge, deine Stärken und Ressourcen. Was hat dir in schwierigen Zeiten geholfen, was hast du daraus gelernt? Sei stolz darauf, nutze deine Erfahrungen und bleib am Ball, um an deinen bisherigen Fortschritten anzuknüpfen. 

Geht nicht? Geht doch, nur anders!

Die Umstände machen das Üben zum besseren Umgang mit der Angst zwar etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Denn trotzdem kannst du beispielsweise noch das U-Bahnfahren üben oder in den Supermarkt gehen (unter Einhaltung der Hygieneregeln und Sicherheitsvorkehrungen). Und auch das Sprechen mit anderen Menschen oder Präsentationen halten können weiterhin geübt werden – denn per Videotelefonie ist das zum Glück möglich. Lass dich nicht von der Situation unterkriegen! Werde kreativ beim Üben, nutze deine Erfahrungen (z.B. was für Situationen würdest du jetzt am liebsten vermeiden – dann stelle dich ihnen), so bleiben die Erfolgserlebnisse auch bestehen.

Das erleichtert dir die Situation

Klar, weiterüben lohnt sich. Aber auch das generelle Wohlbefinden ist wichtig. Es kann helfen, einer gewohnten Tagesstruktur nachzugehen und kleine Rituale (z.B. das Schreiben eines Tagebuchs, Spaziergänge, Meditationen usw.) in den Tag einzubauen. Bei übermäßigen Sorgen bezüglich der Pandemie kann es helfen, die Zeit zu reduzieren, in denen du Nachrichten liest. Vermeide es, ständig den Liveticker zu aktualisieren, es reicht völlig aus, dich 1-2 mal am Tag darüber zu informieren. 

Versuche weiterhin, Hobbies nachzugehen. Wenn es durch Einschränkungen (z.B. geschlossenes Fitnessstudio) aktuell nicht möglich ist, suche dir andere Aktivitäten, die Spaß machen. Werde auch hierbei kreativ oder frage Freund:innen und Familie nach Anregungen. Der Kontakt zu anderen Menschen ist in dieser Zeit zudem besonders wichtig – nicht nur um sich über Sorgen und Ängste auszutauschen. Ein gemeinsamer (virtueller) Spieleabend oder Spaziergang hilft gegen Einsamkeit und macht Spaß.

Du kannst die Zeit zu Hause auch optimal nutzen, um die Invirto Therapie weiterzumachen oder anzufangen. Auch dort findest du viele Übungen, Experimente und Input, wie du einen neuen Umgang mit deiner Angst findest. Und da Invirto als digitale Therapie für zu Hause gemacht ist, ist es ganz egal, ob Corona gerade unser Leben beeinflusst oder nicht. Falls möglich sprich dich ebenfalls mit deiner Therapeutin oder deine Therapeuten ab, wie du die Zeit trotzdem gut für dich nutzen kannst. 

Du bist nicht allein! Das ist eine sehr schwierige Zeit, die uns alle trifft. Auf der Seite psychologische-coronahilfe.de, einer Initiative der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und des Verbunds universitärer Ausbildungsgänge für Psychotherapie (unith), findest du noch viele weitere Informationen, Tipps und Beratungsmöglichkeiten für alle Menschen, die durch die Corona-Krise belastet sind und nach Unterstützung suchen. 

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