Erste Hilfe bei Panikattacken – für Angehörige

04.05.2021

Erste Hilfe bei Panikattacken – so unterstützt du deine:n Partner:in

Statistisch gesehen erlebt jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens eine Panikattacke. Bei rund 5% der Bevölkerung in Deutschland treten diese Panikattacken aber häufiger auf, und schränken dann das Leben stark ein.

In unserem Erste Hilfe Artikel für Betroffene haben wir erklärt, was Panikattacken sind und bereits einige Punkte zusammengetragen, die im Notfall kurzfristig helfen können. Damit du als Angehörige:r weißt, wie du deine:n Partner:in am besten unterstützen kannst, haben wir dir hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Was sind Panikattacken?

Eine Panikattacke ist eine extrem starke Abwehrreaktion des Körpers. Sie ist sozusagen die stärkste Angstreaktion unseres Körpers, der dabei alle seine Kräfte aktiviert. So ist er scheinbar optimal auf eine Gefahr vorbereitet. Bei Menschen, die unter wiederkehrenden Panikattacken leiden, wird das Alarmsystem aber in eigentlich ungefährlichen Situationen aktiviert.

Viele Betroffene rufen deshalb häufig den Notarzt oder lassen sich von Angehörigen in eine Klinik fahren. Sie glauben oft, dass diese unerklärbaren Symptome Zeichen einer schweren Erkrankung sind. Doch Panikattacken und die damit verbundenen starken Körperreaktionen wirken zwar bedrohlich, sind jedoch aus medizinischer Sicht nicht gefährlich. Sie sind also mit das Furchtbarste, was man erleben kann, aber trotzdem völlig ungefährlich.

Dieser Sturm der Empfindungen, Gefühle und Gedanken kann Betroffene ganz schön überfordern und verunsichern. Aber auch Angehörige wissen häufig nicht, wie sie in diesen Situationen am besten handeln. 

Deshalb folgen nun Tipps und Hilfestellungen, wie du Betroffene während einer Angstattacke unterstützen kannst.

Was hilft deinem:r Partner:in am besten?

Kurz gesagt: Du kannst nicht viel falsch machen! Zu sehen, wie eine eng stehende Person eine Panikattacke durchmacht, kann ganz schön beängstigend sein. Hab aber keine Sorge: Allein, dass du da bist, kann für Betroffene schon sehr hilfreich sein.

Was hilfreich sein kann: Sprecht in einem ruhigen Moment gemeinsam darüber, was dein:e Partner:in in Momenten großer Angst von dir braucht und wie du dabei unterstützen kann.

Damit wirklich ausgeschlossen werden kann, dass es sich nicht um eine körperliche Sache handelt, kannst du deine:n Partner:in bei Untersuchungen unterstützen und begleiten.

Als kurzzeitige Hilfe können im Notfall folgende Punkte helfen:

Gemeinsam ein- und ausatmen

Versuche im Fall einer Panikattacke deines:r Partner:in gemeinsam ganz tief und langsam ein- und auszuatmen. So unterstützt du die Konzentration auf die Atmung und hilfst quasi die Angst bei der Wurzel zu packen. Die Angstreaktion wird damit unterbrochen, der Körper der:des Betroffenen kann sich entspannen und die Angst wird gelindert.

Durchbreche den Gedankenkreislauf

Versuche, deine:n Partner:in zu beruhigen und ihn oder sie wieder “zurück in die Realität zu holen”. Für Betroffene fühlt sie die Angst sehr real an, da sie ihre Körperempfinden als etwas sehr Bedrohliches einstufen. Versuche also zu vermitteln, dass die Angst gleich wieder von allein weggeht und nichts medizinisch Schlimmes im Körper auslösen kann.

Gemeinsam bewegen

Schlage vor, dass ihr euch zusammen bewegt. Das kann beispielsweise ein gemeinsamer Spaziergang an der frischen Luft sein. Hauptsache, die Muskeln werden aktiviert und somit der Fokus von den Gedanken weg verlagert, um dann in sich hineinzuhören, wie es deinem:r Partner:in geht.

Die Aufmerksamkeit verlagern

Frage dein:e Partner:in: Was siehst du? Was riechst du? Oder was kannst du fühlen? Ablenkung kann eine schnelle Hilfe sein und fällt leichter, wenn er oder sie sich ganz bewusst auf die Umgebung konzentriert und sie wahrnimmt. Welche Veränderungen bemerkt er oder sie, wenn der Blick danach wieder nach innen gerichtet wird? 

Daneben kann es auch hilfreich sein, wenn du deine:n Partner:in etwas Spannendes oder Witziges erzählst. Viele Betroffene finden es ebenfalls ablenkend, wenn sie ein saures oder scharfes Bonbon essen.

Ein Notfallkoffer, aber keine langfristige Lösung!

Diese Notfallwerkzeuge dienen vor allem der kurzfristigen Unterstützung von Menschen mit Panikattacken. Gerade wenn sie noch keine Therapie begonnen haben, sind das wertvolle Tipps, wie du sie durch die Panikattacken begleiten kannst. Wichtig zu wissen: Weggehen werden die Panikattacken dadurch langfristig jedoch nicht.

Für dich als Angehörige:r ist es wichtig, dass du die Betroffenen vor allem dabei unterstützt, langfristig gegen die Panikattacken vorzugehen. Wie du das am besten machst und generell am besten mit Menschen mit einer Angststörung umgehst, erfährst du in diesem Magazinartikel

Langfristige Besserung ist möglich!

Was jedoch langfristig helfen kann, ist eine Psychotherapie. Angststörungen und insbesondere Panikstörungen lassen sich sehr gut mit Psychotherapie behandeln und bringen langfristige Besserung. Betroffene lernen Techniken und Wege, wie sie besser mit ihrer Angst umgehen können und wieder mehr Freiheiten in ihrem Alltag zurückgewinnen.

Die digitale Therapie von Invirto kann da eine Hilfe sein. Invirto ist eine Psychotherapie für Angsterkrankungen, die ohne Wartezeit, regelmäßige Termine und von zu Hause in wenigen Wochen absolviert werden kann. Hier gibt es alle Infos!

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