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Angststörungen

Was ist eine Angststörung

Dieses Gefühl kennt eigentlich jeder von uns: Angst. Denn ohne Angst hätten wir es manchmal ganz schön schwierig im Leben. Angst ist lebensrettend und bringt uns heil durch’s Leben, da sie uns vor Bedrohungen und Gefahren schützt. So schafft sie es manchmal Kräfte in uns zu mobilisieren, von denen wir gar nicht wussten, dass wir über sie verfügen. Außerdem warnt sie uns und hält uns davon ab unverantwortliche Risiken einzugehen. Angst hat also - entgegen ihrem schlechten Ruf - eine ziemlich hilfreiche, sogar lebenserhaltende Funktion für jeden von uns!
Manchmal kann es aber sein, dass die Angst zu stark wird und einen zu großen Teil unseres Alltags bestimmt. Wenn die Angst überstark und bestimmend wird, sprechen Ärzte und Psychotherapeuten von einer „Angststörung“. Diese kann sich ganz unterschiedlich äußern und tritt oftmals noch mit anderen psychischen oder körperlichen Beschwerden auf. Manche Ängste treten eher „gebunden“ auf, das heißt sie beziehen sich auf ein konkretes Objekt wie Mäuse und Spinnen oder auf Orte, wie ein Flugzeug. Andere Ängste sind „ungebunden“, sie haben vermeintlich gar keinen konkreten Auslöser, bleiben unklar und weniger greifbar.

Angststörungen: Die häufigsten Formen

In der Medizin werden folgende Angststörungen voneinander unterschieden:

  • Die Panikstörung: Plötzliche, unerwartete Panikanfälle (sehr starke Angstzustände), die mit starken körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel und teilweise Todesängsten einher gehen.
  • Die Agoraphobie: Eine starke Angst und Vermeidung von zum Beispiel engen oder überfüllten Räumen, Menschenmengen oder weiten Plätzen.
  • Die generalisierte Angststörung: Lang anhaltende Angst, dauernde Nervosität und ständiges Sorgen vor alltäglichen Ereignissen und Befürchtungen um die Unversehrtheit von nahestehenden Personen oder einem selbst.
  • Die soziale Phobie: Angst vor sozialen Situationen, in denen man im Mittelpunkt steht. Befürchtung, durch andere Menschen negativ beurteilt zu werden oder versagen zu können.
  • Die spezifische Phobie: Angst vor klar umgrenzten Objekten oder Situationen wie zum Beispiel vor Spritzen, Hunden oder vor dem Fliegen.

Wie äußert sich eine Angststörung?

Angststörungen und vor allem die dadurch erlebten Ängste können ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Allen Angststörungen haben aber gemeinsam, dass sie die Betroffenen in der Lebensqualität enorm einschränken.
Angst gibt uns das Gefühl, ihr gegenüber ausgeliefert, gelähmt und ohnmächtig zu sein. Das erzeugt dann manchmal auch noch andere Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Wut oder Trauer, hinter der sich die Angst oft versteckt. Darüber hinaus kann Angst zu beruflichen oder privaten Problemen führen. Häufig ist es auch so, dass versucht wird, Ängste mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Drogen zu betäuben. Angst kann auch dazu führen, dass wir uns gar nicht mehr aus dem Haus trauen, unsere sozialen Kontakte abbrechen und uns sehr einsam fühlen.
Daher ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen und sich seiner Angst bzw. seinen Ängsten zu stellen. Auch, weil ansonsten ein Risiko besteht, dass die Angst sich sehr hartnäckig hält und sogar chronisch wird. Dann bestimmt sie das Leben immer mehr und schränkt die Freiheit stark ein.
Viele Menschen suchen sich für ihre Angststörung erst sehr spät Unterstützung. Sich Hilfe zu suchen ist immer noch mit Scham besetzt, weil von uns erwartet wird, dass wir funktionieren, dass wir stark sind und keine Schwäche zeigen - und erst recht keine Angst.
Tatsächlich sind Angsterkrankungen aber gar keine Seltenheit: Etwa ein Viertel aller Menschen leiden einmal in ihrem Leben unter einer Angststörung. Also: Eigentlich nichts, wofür wir uns schämen sollten. Angst gehört eben zu uns und wir brauchen sie auch, zumindest in einem angemessenen Maße. Auch aus einer medizinischen Perspektive raten Experten dazu, eine überstarke Angst ernst zu nehmen. Angststörungen sind neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen nämlich eine der häufigsten Ursachen für ein frühes Ausscheiden aus dem Beruf und für Krankschreibungen. Deswegen empfehlen Ärzte und Psychologen dringend, eine Angststörung auch behandeln zu lassen.
Warum eine Angst bei einigen Menschen so bestimmend und überstark wird, hat ganz unterschiedliche und immer individuelle Ursachen. Natürlich können belastende Erlebnisse in der Kindheit eine Rolle spielen. Genauso ausschlaggebend können unsere Gene, biochemische Veränderungen im Gehirn oder aktuelle Lebensumstände sein. Meist sind es aber einfach verschiedene kleine Ereignisse, die wie ein Zahnrad ineinander greifen und schließlich individuell zur Ausprägung einer Angststörung führen.
Egal, welche Ursachen letztlich der Auslöser sind: Angststörungen sind gut psychotherapeutisch zu behandeln.

Panikstörung

Betroffene einer Panikstörung leiden unter wiederkehrenden Panikattacken. Diese Panikattacken sind eine sehr starke Abwehrreaktion des Körpers, die scheinbar plötzlich und unvorhergesehen auftritt. Sie ist sozusagen unsere stärkste Angstreaktion und von starken körperlichen Empfindungen, wie Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit begleitet. Diese Symptome sind oft so heftig, dass sie bei den Betroffenen die Angst auslösen, schädlich für den eigenen Körper zu sein und zur Ohnmacht oder einer anderen “Katastrophe” zu führen. Auch deshalb leben Menschen mit einer Panikstörung in ständiger Angst und Anspannung vor einer möglichen neuen Panikattacke, was paradoxerweise die Wahrscheinlichkeit von Panikattacken durch eine erhöhte Aufmerksamkeit für bestimmte Körperempfindungen noch erhöht. Betroffene befinden sich dann in einer Art Kreislauf der Angst, denn trotz aller Heftigkeit sind Panikattacken normale körperliche Reaktionen und nicht schädlich. Sie halten selten lange an und die Symptome nehmen meist nach 10 min von selber ab. Betroffene vermuten häufig eine körperliche Ursache oder aufkommende schwere Erkrankung hinter den Symptomen, obwohl ärztliche Untersuchungen oft ohne Befund bleiben. Um die Gefahr für eine erneute Panikattacke zu reduzieren, vermeiden Betroffene bestimmte Aktivitäten wie Sport, starke Anstrengung, Getränke mit Koffein oder Orte, an denen sie nur schwer medizinische Versorgung erhalten könnten.

Agoraphobie

Invirto ist eine digitale Psychotherapie zur Behandlung von Agoraphobie, Sozialer Phobie und Panikstörungen. Die allgemein anerkannte Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen beschreibt diese Störungsbilder folgendermaßen:

Betroffene einer Agoraphobie erleben in bestimmten Situationen und an einigen Orten starke Angstreaktionen, die oft von Gedanken begleitet sind, die Kontrolle zu verlieren und keine Hilfe bekommen zu können. Oft stellen ganz alltägliche Situationen, wie ein voller Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen aber auch weitläufige, fremde Plätze oder abgelegene Orte wie ein Waldstück eine große Herausforderung für die Betroffenen dar. Meist waren diese Situationen für die Menschen, die an einer Agoraphobie erkrankt sind, früher kein Problem und es ist ihnen bewusst, dass ihre starke Angst unbegründet ist. Dennoch erleben sie heftige körperliche Symptome, wie Nervosität, Schwindel oder Herzrasen. In manchen Fällen ist die Agoraphobie auch von Panikattacken begleitet. Die Empfindungen werden als sehr unangenehm erlebt und führen oft zu der Sorge, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Oft vermeiden die Betroffenen in der Folge die angstauslösenden Situationen vollständig. Das hat einen sehr negativen Einfluss auf den Alltag und die Lebensführung der Betroffenen, da viele Aktivitäten oder die Arbeitstätigkeit nicht mehr oder nur noch auf “Umwegen” oder in Begleitung möglich sind. Viele Betroffene ziehen sich im Laufe der Erkrankung deshalb stark zurück.

Soziale Phobie

Für Betroffene einer sozialen Phobie stellen alltägliche soziale Situationen teilweise große Herausforderungen dar. Der Kontakt mit anderen kann sich dann ständig wie eine Leistungssituation anfühlen, bei der man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und den Bewertungen der anderen ausgesetzt ist. Das kann in allen möglichen Situationen auftreten: bei Vorstellungsrunden, beim Telefonieren, im Kontakt mit Behörden oder Verkäufern aber auch einfach beim Kennenlernen neuer Menschen. Betroffene erleben dabei häufig starke Anspannung und Angst und haben die Sorge, sich zu blamieren oder irgendwie bloßgestellt zu werden. Oft haben Menschen mit einer sozialen Phobie bereits vor sozialen Situationen Angst und befürchten, man könnte ihnen ihre Nervosität und Anspannung anmerken und sie für “komisch” halten. Sie entwickeln deshalb oft verschiedene Kontrollstrategien, die dabei helfen sollen, nicht aufzufallen oder zumindest selbst schnell zu bemerken, wenn Zeichen der Anspannung zu sehen sind. Betroffene fassen sich dann zum Beispiel oft ins Gesicht, um zu kontrollieren, ob sie errötet sind oder kontrollieren, was sie gerade sagen. Auch nach sozialen Situationen grübeln die Betroffenen oft noch lange darüber nach, wie andere Menschen sie wohl eingeschätzt haben und ob sie durch irgendetwas unangenehm aufgefallen sind. Sie nehmen sich dabei selbst im Nachhinein als ungenügend oder peinlich wahr, was die Angst vor der nächsten Situation verstärkt. Weil jede soziale Situation plötzlich zur Leistungssituation wird, vermeiden viele Betroffene diese Situationen im Alltag und können teilweise ihrer Arbeitstätigkeit nicht mehr ohne eine große Belastung oder sogar gar nicht mehr nachgehen.

Welche Therapieansätze gibt es?

Lies hier weiter welche Möglichkeiten es gibt eine Angsterkrankung zu behandeln.